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Riesenschule gleich Riesenprobleme?

„Die von CDU, SPD und Grünen im Kreistag durchgepaukte Campus-Lösung ergibt eine Riesenschule mit künftig vier- bis fünftausend Schülern. Dieser Mammutstandort wird durch seine Anonymität zu Riesenproblemen führen“, so Heinz Dams der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag. 

Weiterhin sollen bewusst viel zu wenige Parkplätze gebaut werden, damit die erwachsenen Schüler auf den ÖPNV gezwungen werden. Diese Bevormundung wird an dem Moerser Randstandort nicht funktionieren. Belastet werden aber die im benachbarten Gewerbegebiet ansässigen Einzelhandelsgeschäfte mit ihren Parkplätzen. 

Der Campusstandort kann auch nur deshalb kommen, weil bewusst die Bilanzwerte der drei abzureißenden Berufskollegs von derzeit ca. 20 Millionen Euro nicht in die Kostenbetrachtungen der ursprünglich vier Varianten berücksichtigt wurden. Von den Befürwortern der Campuslösung wird trotzdem immer wieder behauptet, die Campuslösung sei 15 Millionen Euro kostengünstiger, obwohl bekannt war, dass entscheidende Kosten unbeachtet geblieben sind. 

Die Campus-Befürworter verweisen auch darauf, dass moderne pädagogische Konzepte durch die geplanten Neubauten realisiert werden könnten. Heißt das etwa, es sollen jetzt noch weitere Schulen abgerissen werden, um „moderne pädagogische Konzepte“ zu realisieren?   

Bei dieser Argumentation wird vollkommen außer Betracht gelassen, dass nicht die Gebäude die Qualität und den Geist eines Berufskollegs bestimmen, sondern die Lehrer, Schüler, Eltern und Ausbildungsbetriebe. 

„Das Verhalten der Moerser CDU-Vertreter bei dieser Abstimmung ist für mich nicht nachvollziehbar. Der Neubau des Moerser Rathauses und der Abriss der Bibliothek wurde wegen der zu hohen Kosten von der CDU heftig bekämpft. Die Investitionskosten für den Campus sind wesentlich höher als die für das Rathaus und das Bildungszentrum. Trotzdem  wurde der Campus von der CDU abgesegnet. 

Was steckt denn wirklich hinter diesem widersprüchlichen Verhalten?“ fragt Dams. „Sparsames und verantwortungsvolles Umgehen mit Steuergeldern sieht anders aus. Der Campus ist kein Beispiel dafür. Die Rechnung wird Moers und den anderen kreisangehörigen Kommunen über die Kreisumlage vom Kreis Wesel später präsentiert“, so Dams abschließend.